• Nachweis von Pilzinfektionen

Diagnose und Behandlung einer Pilzinfektion

Klassische Diagnostik

Die klassische Diagnostik, um eine Pilzinfektion nachzuweisen, umfasst zum einen die Mikroskopie und zum anderen das Anlegen einer Pilzkultur. Mittels der Mikroskopie wird die Probe in hoher Vergrößerung betrachtet wobei ermittelt wird, ob Pilzbestandteile in der Probe vorhanden sind. Beim Anlegen einer Pilzkultur wird das Probenmaterial auf ein bestimmtes Nährmedium gegeben und bis zu 6 Wochen dort belassen. Falls in diesem Zeitraum Pilze anwachsen, werden sie anhand verschiedener Kriterien wie Wachstum, Aussehen und Farbe unterschieden, sodass über die Kultur nach längerem Warten auch Rückschlüsse auf die vorliegende Art des Erregers geschlossen werden können. Diese Art der Diagnostik verlangt viel Erfahrung und ein geschultes Auge. Zu wenig Erregermaterial in der Probe oder eine bereits begonnende Therapie mit bspw. Nagellack können das Wachstum des Erregers allerdings einschränken oder verändern, sodass eine richtige Zuordnung erschwert wird.

Die neue und schnelle erregerspezifische Pilzdiagnostik

Bei dem neuartigen erregerspezifischen Pilznachweis mittels EUROArray Dermatomycosis handelt es sich um ein molekularbiologisches Verfahren, das die Erreger von Dermatomykosen gezielt auf Basis ihres Erbgutes bestimmen und unterscheiden kann.

Der EUROArray-Nachweis birgt im Vergleich zur klassischen Diagnostik einer Pilzerkrankung den Vorteil, dass i. d. R. innerhalb weniger Tage ein Ergebnis vorliegt und zeitnah mit der Therapie begonnen werden kann. Durch das sensitive Analyseverfahren können auch kleinste Erregermengen sicher nachgewiesen werden, wodurch falsch-negative Ergebnisse (es wird kein Erreger nachgewiesen, obwohl kleine Mengen in dem betroffenen Gewebe vorliegen) vermieden werden. Das spezifische Analyseverfahren ermöglicht außerdem den oder die Erreger (auch im Fall von Mischinfektionen) genau zu identifizieren.

Der erregerspezifische Nachweis bietet zudem den Vorteil einen Hinweis auf die Infektionsquelle bzw. den Überträger zu erhalten. Handelt es sich bspw. um tierische Träger, sollten diese mit in die Behandlung einbezogen werden, um eine Wiederansteckung zu vermeiden. Einige Pilzerreger sind zudem hoch ansteckend und breiten sich sehr schnell aus. Daher ist es wichtig auch potentiell kontaminiertes Material (z.B. Turnmatten, Teppiche o.ä.) schnell zu desinfizieren, um einer weiteren Ansteckung vorzubeugen und den größtmöglichen Therapieerfolg zu erzielen.  

Der Pilznachweis mit dem neuartigen EUROArray Dermatomycosis erzielt ein deutlich schnelleres erregerspezifisches Ergebnis als die klassische Diagnostik und kann zudem Hinweise auf mögliche Infektionsquellen liefern. Eine Kombination der klassischen Nachweismethoden mit dem EUROArray Dermatomycosis ist daher sinnvoll, um möglichst schnell eine zielgerichtete Therapie beginnen zu können.

Behandlung

Eine Pilzinfektion kann mit unterschiedlichen Ansätzen behandelt werden. Bei Infektionen von kleinen Haut- oder Nagelarealen können Cremes und Nagellacke verwendet werden, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Liegt eine langanhaltende oder großflächige Infektion vor, wird die Einnahme von Medikamenten in Tablettenform empfohlen.  

Die Therapie einer Pilzinfektion ist oft langwierig und kann sich über mehrere Wochen oder Monate hinziehen. Aus diesem Grund ist es ratsam, so früh wie möglich einen Arzt zu konsultieren, um nach einem entsprechenden Pilznachweis zeitnah mit der Therapie beginnen zu können.

Therapiekontrolle

Nach erfolgter Therapie ist es unter Umständen sinnvoll, eine erneute Untersuchung auf verbleibende Pilzbestandteile bspw. mit dem EUROArray Dermatomycosis durchzuführen. Eine solche Therapiekontrolle hilft zu überprüfen, ob die Behandlung bereits erfolgreich war, obwohl ggf. noch Symptome vorhanden sind, oder ob die Therapie noch fortgesetzt werden muss, obwohl die Symptome der Pilzinfektion schon nahezu vollständig abgeklungen sind.